Häufig gestellte Fragen

Bulkamid wird in die Wand der Harnröhre gespritzt. Somit sind, im Gegensatz zu anderen Eingriffen bei der Behandlung der Belastungsinkontinenz, keine Einschnitte in die Haut oder Vaginalwand erforderlich. Bulkamid wird in der Regel unter örtlicher Betäubung injiziert. In diesem Fall sind Sie wach und spüren unter Umständen einen Einstich. Aber auch eine kurze Vollnarkose ist möglich. Sie können die Narkosemöglichkeiten mit Ihrem Arzt besprechen

Von den mehr als 70.000 Frauen, die mit Bulkamid behandelt wurden, wurden keine Langzeitkomplikationen berichtet5

Wie bei jedem Eingriff können kurzzeitige Komplikationen auftreten, darunter leichte Schmerzen nach dem Eingriff, Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase, plötzlicher Harndrang, Harnwegsinfektionen, leichte Brennen oder Blutungen beim Wasserlassen. Diese verschwinden jedoch in der Regel innerhalb weniger Tage nach der Behandlung7

Normalerweise können Patientinnen nach dem Eingriff innerhalb von 24 Stunden ihre alltäglichen Aktivitäten wiederaufnehmen. Schweres Heben, intensive körperliche Belastung und Geschlechtsverkehr sollten jedoch 2-3 Wochen lang vermieden werden

Ja, Bulkamid hat sich auch bei Frauen, die bereits wegen einer Belastungsinkontinenz operiert wurden, durch niedrige Komplikationsraten bewährt8

Wenn Bulkamid Ihre Beschwerden nicht zufriedenstellend verringert, benötigen Sie möglicherweise eine weitere Injektion zum Auffüllen des Bulkamid-Depots. Dies geschieht in der Regel im ersten Jahr nach der ersten Injektion

Wenn Sie auch nach dem Auffüllen des Depots das Gefühl haben, dass die Bulkamid-Therapie keine merkliche Verbesserung erzielt, können Sie andere Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Arzt besprechen. Eine Bulkamid-Therapie bedeutet nicht, dass Sie anschließend keine andere Behandlung versuchen können

Ja, im Gegensatz zu invasiveren chirurgischen Eingriffen bei der Behandlung der Belastungsinkontinenz, kann die Bulkamid-Therapie auch bei einer geplanten Schwangerschaft angewendet werden

Es existieren zahlreiche Behandlungen für die Belastungsinkontinenz; dazu zählen zum Beispiel das Beckenbodenmuskeltraining und eine Änderung des Lebensstils. Diese Möglichkeiten sollten erforscht werden, bevor Sie weitere Behandlungsansätze in Betracht ziehen. Vielen Patientinnen berichten jedoch, dass andere, herkömmliche Ansätze zu keiner signifikanten Verbesserung ihrer Beschwerden geführt haben. Neben der minimalinvasiven Bulkamid-Therapie gibt es weitere, invasivere chirurgische Möglichkeiten, die Sie in der Tabelle „Behandlungsmöglichkeiten“ finden. Sie sollten alle in Frage kommenden Optionen stets mit Ihrem Arzt besprechen

Kunststoffe sind im Allgemeinen synthetische Materialen, die aus einer Vielzahl von organischen Polymeren wie Polyethylen, Polypropylen, PVC, Nylon usw. bestehen.

Diese werden meist in weichem Zustand geformt und dann zu oft starren Gegenständen verarbeitet. Hydrogele sind Gele (weiche Materialien), die aus einem oder mehreren in Wasser suspendierten Polymeren bestehen und durch gewebeähnliche mechanische Eigenschaften eine hohe Biokompatibilität besitzen. Obwohl beide Arten von Materialien auf Polymeren basieren, gibt es einen grundlegenden Unterschied: Hydrogele enthalten Polymere nur als Nebenbestandteil, Kunststoffe dagegen enthalten Polymere als Hauptbestandteil. Bulkamid ist ein Hydrogel und enthält zum Beispiel 2,5% Trockenmasse (Polymer) in 97,5% reinem Wasser und enthält damit nur eine sehr geringe Menge Polymer in Bezug zur Gesamtmasse des fertigen Gels. Hydrogele gewinnen durch ihre Biokompatibilität und gewebeähnlichen mechanischen Eigenschaften im biomedizinischen Bereich an Bedeutung.

“Poly-” bedeutet “viele” und ein Polymer bedeutet “viele Teile” – ein sehr großes Molekül, das aus sich wiederholenden Einheiten wie Perlen an einer Schnur besteht. Polymere können synthetisch sein oder natürlich vorkommen und sind überall zu finden. So bilden sie bilden auch viele natürlich Moleküle im menschlichen Körper, z.B. Polysaccharide (Zucker), Polypeptide (Proteine), DNA (genetisches Material) usw. Natürliche Polymere umfassen zum Beispiel Leder, Gummi und Stärke in Pommes Frites usw

Synthetische Polymere bilden beispielsweise unsere Kleidung, Joggingschuhe oder Plastikflaschen.

Polymere und Kunststoffe werden manchmal irrtümlich als genau gleich dargestellt. Dabei ist es sehr wichtig zu betonen, dass Hydrogele sehr wenig Polymer-Polymer-Wechselwirkungen aufweisen und daher in Praxis nicht als Kunststoffe angesehen werden können.

Das Bulkamid Hydrogel gehört zu extrem weichen Materialien und seine Eigenschaften sind mit natürlichen Weichgeweben und Organen gut verträglich. In Bulkamid bildet das Polymer ein Netzwerk, das der extrazellulären Gewebematrix ähnelt. Bei der Implantation wird das Bulkamid Hydrogel in das umliegende Gewebe integriert und verändert sich auch im Laufe der Zeit nicht. Bulkamid ist ein nahezu inaktives Material und löst bei körpereigenem Gewebe keine bis minimale Fremdkörperreaktion aus und verursacht dadurch auch keine Sensibilisierung des Immunsystems.

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