Häufig gestellte Fragen

Seit der Einführung von Bulkamid im Jahr 2003 wurden von über 70.000 Frauen keine Langzeitkomplikationen berichtet.1 Wie bei jedem Verfahren, können kurzfristige Komplikationen auftreten. Diese verschwinden jedoch in der Regel innerhalb weniger Tage nach der Behandlung. Dazu zählen postoperative Schmerzen, Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase, Harndrang, Harnwegsinfektionen, leichtes Brennen oder Blutungen beim Wasserlassen

Da eine akute Harnverhaltung nach der Bulkamid-Therapie nur selten auftritt (0-5,7%)1 ist bei den meisten Patientinnen keine Selbstkatheterisierung erforderlich. Sollte eine Selbstkatheterisierung erforderlich werden, ist diese nur für kurze Zeit nötig (in der Regel für weniger als 24 Stunden)

Es gibt keine Studien, die sich speziell mit der Anwendung von Bulkamid bei Patientinnen mit einer hypermobilen Harnröhre befassen. Allerdings haben keine klinischen Studien diese Patientinnen ausgeschlossen, was darauf hindeutet, dass ein großer Teil der Patientinnen mit hypermobiler Harnröhre höchstwahrscheinlich in bestehenden Studien berücksichtigt wurde und gute Ergebnisse verzeichnen konnte

Die Patientinnen können in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach dem Eingriff wieder zu normalen Aktivitäten zurückkehren, obwohl schweres Heben, schwere körperliche Belastung und Geschlechtsverkehr bis zu 2-3 Wochen lang vermieden werden sollten

Erneuter Harndrang trat Berichten zufolge bei 0-3,6% der Patientinnen auf. Die meisten Veröffentlichungen nennen Zahlen im Bereich zwischen 0 und 1,5%. Eine höhere Rate von 3,6% wurde von Patientinnen gemeldet, die vor der Bulkamid-Therapie1 bereits eine Schlinge hatten einsetzen lassen

Kunststoffe sind im Allgemeinen synthetische Materialen, die aus einer Vielzahl von organischen Polymeren wie Polyethylen, Polypropylen, PVC, Nylon usw. bestehen.

Diese werden meist in weichem Zustand geformt und dann zu oft starren Gegenständen verarbeitet. Hydrogele sind Gele (weiche Materialien), die aus einem oder mehreren in Wasser suspendierten Polymeren bestehen und durch gewebeähnliche mechanische Eigenschaften eine hohe Biokompatibilität besitzen. Obwohl beide Arten von Materialien auf Polymeren basieren, gibt es einen grundlegenden Unterschied: Hydrogele enthalten Polymere nur als Nebenbestandteil, Kunststoffe dagegen enthalten Polymere als Hauptbestandteil. Bulkamid ist ein Hydrogel und enthält zum Beispiel 2,5% Trockenmasse (Polymer) in 97,5% reinem Wasser und enthält damit nur eine sehr geringe Menge Polymer in Bezug zur Gesamtmasse des fertigen Gels. Hydrogele gewinnen durch ihre Biokompatibilität und gewebeähnlichen mechanischen Eigenschaften im biomedizinischen Bereich an Bedeutung.

“Poly-” bedeutet “viele” und ein Polymer bedeutet “viele Teile” – ein sehr großes Molekül, das aus sich wiederholenden Einheiten wie Perlen an einer Schnur besteht. Polymere können synthetisch sein oder natürlich vorkommen und sind überall zu finden. So bilden sie bilden auch viele natürlich Moleküle im menschlichen Körper, z.B. Polysaccharide (Zucker), Polypeptide (Proteine), DNA (genetisches Material) usw. Natürliche Polymere umfassen zum Beispiel Leder, Gummi und Stärke in Pommes Frites usw

Synthetische Polymere bilden beispielsweise unsere Kleidung, Joggingschuhe oder Plastikflaschen.

Polymere und Kunststoffe werden manchmal irrtümlich als genau gleich dargestellt. Dabei ist es sehr wichtig zu betonen, dass Hydrogele sehr wenig Polymer-Polymer-Wechselwirkungen aufweisen und daher in Praxis nicht als Kunststoffe angesehen werden können.

Das Bulkamid Hydrogel gehört zu extrem weichen Materialien und seine Eigenschaften sind mit natürlichen Weichgeweben und Organen gut verträglich. In Bulkamid bildet das Polymer ein Netzwerk, das der extrazellulären Gewebematrix ähnelt. Bei der Implantation wird das Bulkamid Hydrogel in das umliegende Gewebe integriert und verändert sich auch im Laufe der Zeit nicht. Bulkamid ist ein nahezu inaktives Material und löst bei körpereigenem Gewebe keine bis minimale Fremdkörperreaktion aus und verursacht dadurch auch keine Sensibilisierung des Immunsystems.

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